Mundarterzählungen

von Hans Niedermayer

„SO LANG DIE SUNNE SCHEINT“ (2016)

Die Autobiographie von Hans Niedermayer
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180 Jahre deutsche Einwohner in Dolatz
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Dolatz liegt im südöstlichen Torontaler Komitat, an den Ausläufer der Temesch, fern von den Eisenbahnen und ohne feste Verbindungsstraßen, in einer flachen Ebene zwischen den Gemeinden Gilad, Banlok, Tolwadie, Gier und Gad. Es gehörte zum Zichifalvarem Stuhlbezirk.

Dem päpstlichen Zehntverzeichnis Canady zufolge, wird Dolatz schon im Jahre 1332 unter dem Namen Dolch erwähnt, und war von ungarischen Välker bewohnt. Die Ortschaft Dolatz, von den Ungarn Docz, den Serben Dolie und den Rumänen Dolti genannt, das früher zum Temescher Komitat, dann zum sogenannten Temescher Banat und Csakovarer Distrikt gehörte, wurde um das Jahr 1779 dem Torontaler Komitat zugeteilt, und unter dem 45°25` nördlichen Breitengrad 21°04 östlichen Längengrad, und 82 Meter über dem Meeresspiegel verzeichnet.

Nach dem Aufstand der Ungaren bei Mohacz im Jahre 1526, wurden die Ungaren von den Türken aus der Umgebung von Dolatz Vertrieben, die jüngere Personen wurden als Sklawen in der Türkei verkauft. Etwa hundert Jahre nach dem de ungaren vertrieben wurden, wohnten in und um Dolatz und im nahe gelegenen Wald Leibeigene der Türken, sie beschäftigten sich hauptsächlich als Hirten mit der Schaf und Rinderzucht, auf den hier entstandenen Weideflächen.

In den Jahren 1645 – 1650 kamen serbische Siedler in das Doef und bebauten sich um die hier entstandenen Sumpfrinnen ihre zugeteilten Grundstücke mit Wohnhäuser. Die serbische Siedler beschäftigten sich fast nur mit Fischfang in den Sumpfrinnen und mit Raub Jagd im gräflichen Wald, die zugeteilte Felder wurden nur für den nötigen Bedarf bearbeitet. Die Neusiedler gaben dem Dorf einen neuen Namen, sie nannten es Dolie, es heißt auf Deutsch Tal, vielleicht nach der Lage des Dorfes, denn durch das ganze Dorf fließt ein Bach der über das ganze Jahr mit reichlich Wasser gefüllt war und fischreich gewesen sein soll. Nach den wiederholten Türkeneinfällen in den Jahren 1738 und 1788 in das südliche Banat, haben die serbische Siedler Zuflucht in dem Dolatzer Wald gefunden. Dann kamen die Seuchen wie die schreckliche Pest und Cholera, die Krankheiten fordert von vielen Siedler ihr Leben. Es starben zumeist die Kindern und alte Leute.

Noch in den Jahren 1856 fand man auf dem ehemaligen serbischen Friedhof, der im Osten der Gemeinde Dolatz auf einer Boden Erhöhung lag, mehrere gebrochene unleserliche Grabsteine vor, ein aus grauem Granit gefertigter Grabstein wurde ausgegraben, auf dem Namen und die Jahreszahl 1727 des Verstorbenen in serbischer Schrift gut zu lesen waren. Der Grabstein wurde vom Dolatzer Dorfrichter an die serbische Pfarrei Offsenitz übergeben, wo er an ihrer Kirche wieder aufgestellt wurde. In Dolatz hatten sich schon in den Jahren nach 1770 einige deutsche Siedler Niedergelassen und haben sich von der gräfliche Herrschaft in Banlok Felder übernommen. Die meiste von ihnen haben nach den Türken Einfällen um die Jahren 1780 den Ort verlassen und haben in Neupetsch Zuflucht gefunden. Einige von ihnen sind nur bis Tschakowa Geflohen, und sind nach einiger Zeit zurück gekommen. Die meisten von ihnen haben die übernommene Felder auf gegeben und haben sich in anderen Dörfer nieder gelassen, wo sie der Meinung waren das sie dort mehr Schutz gegen die Türkischen Überfälle haben.

In den Jahren 1800 –1808 verließen auch die serbische Bewohner Dolatz, sie haben sich in und um Ferdinand Dorf, im heutigen Serbien sesshaft gemacht, ein kleiner Teil von ihnen sind in die Dörfer Gad und Rudna gezogen.

Im Herbst des Jahres 1811 bebauten schon die Schwäbische Siedler, die in Dolatz Grund und Boden übernommen hatten und entschlossen waren hier zu bleiben, ihre zugeteilte Felder. Sie gingen aber über Winter in ihre vorherige Wohndörfer Zurück und kamen Anfang 1812 mit Familie Hab und Gut ins Dorf, um sich in den übernommenen Häuser einzurichten. Der größte Teil der schwäbischen Siedler kam aus dem Torontaler Komitat, demnach aus folgenden Ortschaften: Stefansfeld, Lazarfeld, Setschan, ardan, Franzdorf, Neusin und anderen Ortschaften aus dem heutigen Serbien. Es kamen aber auch viele aus dem Temescher Komitat, aus den Ortschaften Neupetsch, Perjamosch,Gottlob, Sackelhausen, Grabatz, Bakowa und andere Dörfer aus der Umgebung.

Da die Schwäbische Siedler aus verschiedenen Ortschaften aus dem Banat kamen, kam es auch in sprachlicher Hinsicht zu einer Dialektvermischung. Die Mundart von Dolatz ist in ihren Grundzügen Rhein—fränkisch und geht auf die Mundarten der aus mehreren Ortschaften stammenden Zuwanderer zurück. Bei hrer Niederlassung im Jahre 1812 fanden die schwäbische Siedler siebzig zum größten Teil verfallene und kaum bewohnbare Häuser vor und die standen in großer Unordnung da, es konnte schwer eine gerade Linie als Gasse betrachtet werden, die meiste Häuser und Straßen waren schon von den Serbischen Siedler in keinem rechten Winkel gebaut.

Wegen der Überschwemmung vom Frühjahr 1813, verursacht teils durch das Schmelzwasser, des im vergangenen Jahr reichlich gefallenen Schnees, konnten die Arbeiten auf den tiefer gelegenen Felder nicht zeitgerecht durchgeführt werden. Das Wasser ist nur sehr langsam von den Feldern und Wiesen versickert. Abflussgräben waren schon in dieser Zeit zu graben, weil die Feldfluren zuerst von wucherndem Gehölz gesäubert werden mussten. Die plötzliche eingetretene große Hitze trocknet den Boden an der Oberfläche derart aus, so dass mit der vorhandenen Zugkraft der Siedler keine normale Bearbeitung ihrer Felder durchgeführt werden konnte. So kam es dass viele schwäbische Siedler enttäuscht aus Dolatz zurück in ihren alten Dörfer zogen. Nach einigen Jahren kehrten viele Siedler aber wieder zurück, die ihren Boden in der Zeit nach der Ansiedlung des Dorfes verlassen hatten.

Im Jahre 1818 zählte man im Dorf schon 113 aus Lehm gebaute Häuser, die teils mit Rohr und Kornstroh gedeckt waren.

Laut“Catalogus Venerabilis Cleri Czanadiensis pro anno MDCCCXXI“ war 1821 im Dorf eine Zahl von 586 Siedler gezählt worden.

Im Jahre 1819, im ersten Jahr als die Ernte viel versprach, kam die Pest und hat fast von jedem Haus, zumeist Kinder und ältere Leute mit ins Grab genommen, sie waren die erste Opfer.

Nach und nach hatten die Siedler durch Fleiß und Hoffnung auf Gottes Hilfe diese schreckliche Jahre überwunden, so dass man im Jahre 1850 in der Gemeinde 222 Häuser zählte, in denen 1516 schwäbische Siedler lebten; zu der Gemeinde zählten noch 15 Hausplätze und zwei Häuser am Ende vom gräflichen Wald. Der Wald in der Dolatzer Gemarkung der sich bis Modosch erstreckte, gehörte dem Grafen Karacsonyi, mit dem Sitz in Banlok.

In der Geschichte und den Forschungen von Dr. Eugen Szentklaray „Szas ev Delmagyarorszag törteneteböl“, Seite 22, wird ein Dorf „Idwary“ mit ca. 20 Häuser erwähnt. Nach diesen Berichten fand man noch bis zum Jahre 1841 Steine und dicke Topfscherben, so dass zu dieser von unseren Landsleuten gekannte Puszta und dem Dorf ein Unterschied besteht.

Großen Schaden richteten die Überschwemmungen in den Jahren 1830 und 1836 im Dorf und auf den Ackerfeldern an, wobei ein Großteil der Ernte verloren ging. Im Jahre 1836 wurde in der Gemeinde ein schwaches Erdbeben verzeichnet, dass aber keinen nachweislichen Schaden angerichtet hat. Dafür hatte aber die Kolumbatscher Fliege in den nachfolgende Jahren großen Schaden an den Pferden beständen angerichtet.

Das Jahr 1863 war ein Jahr der Not und Tränen Infolge einer Dürre, die sich schon im Hebst bei der Aussaat bemerkbar gemacht und sich im Frühjahr ohne nennenswerten Regen fortgesetzt hat, die erhoffte Ernte blieb aus, so dass für die Leute und das Vieh überhaupt nichts vorhanden war. Angemerkt wurde, dass die Herrschaft des Grafen Karacsonyi aus Banlok eine Not Küche für die Bedürftigen im Dorf eingerichtet hat.

In den Jahren 1864 --1868 ist die Cholera im Dorf ausgebrochen, die wieder viele Siedler, Jung und Alt mit ins Grab nahm.

Der Zustrom neuer Siedler mit ihren kinderreichen Familien zu den vorher angesiedelten Schwaben, hatte als Ergebnis, dass man im Jahre 1886, 1714 Einwohner in 272 Häuser zählte. Die Einwohnerzahl hat sich aber bis in die Jahren 1894 durch die Sumpf Krankheiten, Pest und Cholera auf 1274 Personen verringert. Die Ursache war aber auch, dass in dieser Zeit die Auswanderung besitzloser Bürger der Gemeinde nach Amerika begann. Namentlich angeführt sind die Auswanderer nach Amerika in den Aufzeichnungen von David Dreyer, San Mateo, Kalifornien, in „ Emigration from Dolatz in the National Archives Ship Records“, Könnte sein das die Arbeiter und ihre Familienmitglieder, die den Kanal „Langa Birda“ um diese Zeit gegraben haben und in Dolatz wohnten zu den 1714 Personen dazu gezählt wurden.

Daniel Schwarz, der erste Pfarrer im Dorf, der in den Jahren 1839 – 1868 in Dolatz tätig war, hat sich viel Mühe gegeben für den Aufschwung der Siedler und den Glauben an Gott seiner Seelenkinder. In seinen hinterlassenen Schriften und Aufzeichnungen fand man folgendes zu lesen ( geschrieben in Orginaltext).

„Arm waren die sich hier niederließen den Deutsche Ansiedler, und man kann sich von derer Armut ein kleines Bild machen, wen man erwägt, das zwei drei Familien nur einen natürlichen Hölzernen Pflug einen Wagen und kaum einen ordentlichen Dreschflegel hatten….Doch dieser Deutsche Fleiß, Sparsamkeit, Gottvertrauen und Ausdauer brachten Sie mit der Zeit zu einem grade gewissen Wohlstand. Durch ihre Tätigkeit wurden die um Dolatz befindlichen Sümpfe trocken gelegt und größere mit Gestrüpp und Bäumen besetzten Flächen Urbar gemacht. Und wo früher die Wasservögel nisteten und der Wolf hauste entstanden lachende Wiesen und herrliche Äcker.“ (Soweit die Aufzeichnungen)

Nach geraumer Zeit wurden den enstandenen Gassen und Nebengassen Namen gegeben. Sie hießen um die damalige Jahrhundertwende. ______Von Ost nach West wie folgt___Die Setschaner Gasse, heute die Fututzgasse.___ Die Banloker Gasse, heute die Große Gasse.____Die Insel, das Stieber Haus.____ Musgärtelgasse, heute auch so. ___ Klostergasse, heute auch so. ____ Das Gässl, heute auch so. ___Serbische Friedhofgasse, heute hat diese Gasse keinen Namen. ___Flederwisch gasse, heute auch so. ___Hundszwinge Gasse ,von Stumper Hans bis Stumper Michl.—Neue Gasse, heute Utzagasse.

Von Nord nach Süd_____das Ziegenviertel, heute Ketschketeleb.___die neue Herrschaftshäusergasse, von Welsch Lois bis zum Jerhoff.____die Neupetscher Gasse, in den 40er Jahren, die Herrengasse, heute keinen Namen.____die Große Gasse, von der Schule bis zum Reiser Anton, heute keinen Namen.____Die Daumengasse, früher die Giermer Gasse.

An der Östlichen Ecke des Dorfes stehen drei Häuser mit dem Giebel gegen Sonnenaufgang und den Hausnummern 2 bis 4, sie hatten den Namen „Die drei Morgensterne“ bekommen.

An der südwestlichen Seite des Dorfes, auch dort stehen drei Häuser, sie haben den Namen.“Drei Abendsterne“ bekommen, ihr Giebel zeigt nach Süden.
Zwischen der Wald- und der Klostergasse, am westlichen Dorfrand stehen sieben Häuser. Sie bilden eine kurze Gasse und wurden unter dem Namen „Die Sieben Weisen Meister“ bekannt.


Auch die Feldfluren, Wiesen und Wald bekamen ihre Namen
Die Sandflur im Nordosten des Dorfes gelegen, sie bildet ein stumpfwinkeliges Dreieck, dessen Grenzen an den Temescher Komitat stößt. Es waren noch die Karolaflur, die Großbaraflur,, die Sandäcker, die Saliterflur die Wiesenflur, die Idwarfluren, der Verorene Eckflur, die Bohnenfelder, der Waldeck, die Pipatschenhügelflur und noch einige kleinere Fluren die ihren Namen schon längst verloren haben.


Der Dolatzer Wald, der im Westen des Dorfes gestanden hat, der bis Modosch gereicht hat, aber der zu Dolatz gehörender Wald, gehörte dem Grafen Karacsonyi, mit seinem Sitz in Banlok. Er bildet gleichsam ein Viereck, dessen Seiten im Osten so auch im Westen durch einen Wassergraben, ein Ausläufer der Temesch, der im Wald verschiedene Windungen macht, gestört sind. Der Wald hat eine Fläche im Dolatzer Hottar von 1200 Joch, und wurde in den Jahren 1895---1905 von der Schomlo Familie gerodet.
Im Osten der Gemeinde gab es sechs Kleegärten, sie waren mit Wein Reben, Obst Bäume und Gemüse für den Haushalt bepflanzt, sie waren zwischen dem östlichen Dorfbach und dem ehemaligen serbischen Friedhof angelegt.
Im Süden der Gemeinde, hinter dem katholischen Friedhof, waren noch Weingärten angepflanzt. Die Weingärten waren dicht um das Dorf angelegt, auch sie hatten ihre bestimmten Namen; es waren die vorderen, die mittleren und die hinteren Weingärten. Die vorderen und mittleren waren im Süden der Gemeinde an der Tolwadiner Straße angepflanzt. Die hinteren Weingärten hat man an der rechten Seite der Sraße die nach Banlok führt und im Osten des Dorfes liegt, angepflanzt. Die Weingärten an der Gilader Straße, nordöstlich der Gemeinde, wurden erst nach der „Pernospora Krankheit“ der Reben neu angepflanzt. Die alten Weingärten an der Tolwadiner Straße und an der Banloker Straße wurden nach dieser Reben Krankheit gerodet.


Die Wiesen mit einer Fläche von 242 Joch, die zum Teil das Dorf einrahmte, gehörten bis in das Jahr 1848 der gräfliche Herrschaft von Banlok.


Erwähnt sollte noch die Puszta „Idwary“ werden; sie hatte in ihrem Besitz eine Ackerfläche von 500 Joch Feld, und war an der südwestlichen Seite des Dorfes angelegt. Die Wirtschafthäuser und Dienstwohnungen gehörten ebenfalls der Banloker Herrschaft. Wahrscheinlich wurden auch die Einwohner in den Jahren 1886 zu den deutschen Siedler dazu gezählt.


Nach dem unruhigen Jahr 1848 wurden die Wiesen und Puszta der Gemeinde Dolatz übergeben. Die Felder der Puszta wurden nach der Österreichische Niederlage in diesen Jahren zum Teil an die Kriegsveteranen verteilt und verkauft.


Die militärische Niederlagen Österreichs in den Jahren 1859 und 1866 führten auch im Banat und in unserer Gemeinde zu einer neuerlichen Wende, denn das Banat wurde 1867 dem autonomen Königreich Ungarn einverleibt. Die Ungarn führten eine totale Magyarisierung der deutschen Bevölkerung in Städten und Dörfern durch. Nach 1890 durfte auch im Dolatzer Gemeindehaus, in Kirche und Schule nur noch ungarisch gesprochen werden.


In der Dolatzer Pfarrei befanden sich einige Einwanderung, Urkunden von denen hier drei Bestätigt werden. Der größte Teil von ihnen wurde nach der Flucht von dem damaligen Seelsorger von den rumänischen Staatsorgane Beschlagnahmt.

Leumundszeugnis Nr: 158 von am 16 05 1836

Die Gemeindeverwaltung Neuhausen bei München bezeugt, von Michael und Anna Winckelmeyer, Steinhauer von Beruf, Haus und Garten Besitzer unter dem Nr: 64 mit vier Kindern, das älteste 14 Jahre alt und das jüngste 8 Jahre alt, ist frey von allen Bussen und Steuyern, hat auch bei der Neuhauser Gemeinde keinerlei Schulden. Es wird Bezeugt das der obige genannte Bürger strebsam und friedlich sey.
Bei der Auswanderung zeigt Michael Winckelmeyer 150 Kronen Hab und Gut und ein Vermögen von 80 Kronen.
Das Zeugnis ist unterschrieben mit Stempel der Landesgemeinde von Neuhausen. Und dem Königlichem Landesgericht von München.
Es Garantierten---Josepf Hart Gemeindepfleger
Johann Winterschrotter Bevollmächtigter
Michael Baumüller Bevollmächtigter.


Auch für die Familie Michael Ruh aus Neuhausen lag ein Leumundszeugnis unter dem Nr: 139 aus Neuhausen bei München in der Dolatzer Pfarrei.


Aussiedler Pass (Original Text)

Demnach Vorzeiger dessen, der kaiserlich königlich Wiener Garnison Artellerie Vermittlung Stelle. Nahmens Johann Muhr, einen braunen Mounturrock mit rothen Aufschlägen, und Kragel, braunes Komisol und blauen Pantalonhosen, von hier in die deutschen Meierhöfen beurlaubt worden.
Als wird jedermänniglich ersucht, denselben auf verweisung dieses Passes frey und ungehindert pass und repassieren zu lassen, doch solle gegenwärdiger Pass nicht weiter als bis nach Dolacz bei Temeschwar und Tschakowar und zwar bis zu seiner Entheppung gelden
Gegeben in Wien den 29 Okt: 1841
Ihr kaiserliche: auch zu Ungarn
und Böhmisch Königlich. Apostolischer Mayestät
Johann Wickl zu Hohenloh
Artillerie Obrist
Soweit die drei Einwanderung Zeugnisse


Man hat das Jahr 1914 mit großer Angst geschrieben. In Bosnien-Herzegowina wurde der Österreichische Kronprinz ermordet, der erste Weltkrieg scheint unausweichlich zu sein, es dauerte nicht lange, dann wurden die Mobilmachung im ganzen Land ausgeschrieben, in Dolatz wurde dies durch Trommelschlag, Plakatierung und mündlich für die Betroffenen von den Gemeindebehörden bekannt gegeben.


Am 28. Juli 1914 brach dann der Krieg gegen Serbien aus,, dass es einen Weltkrieg geben wird, daran hat kein Bürger gezweifelt.
Von den mehr als 150 eingezogenen Männer und Jugendlichen aus Dolatz kamen folgende Personen nicht mehr in ihre Heimat, sie sind in fremder Erde begraben.
1 Barbier Johann 2 Baumstark Karl 3 Bier Karl
4 Bohn Michael 5 Dewld Ignatz 6 Giel Ignatz
7 Heinrich Paul 8 Hufryke Georg 9 Kervel Hans
10 Kühlburger Johann 11 Konwalinga Daniel 12 Kulczar Karl
13 Madler Johann 14 Heinz Dominik 15 Neff Mathias
16 Nürnberger Johann 17 Rattinger Johann 18 Reiser Michael
19 Reiser Stefan 20 Reiter Christof 21 Rittinger Johann
22 Rittinger Kaspar 23 Ruppert Daniel 24 Schag Josef
25 Scherer Nikolaus 26 Schulz Michael 27 Schmidt Michael
28 Schwarz Peter 29 Stützel Stefan 30 Szabath Stefan
31 Szavancsek Johann 32 Tabor Mathias 33 Uhl Franz
34 Wagner Alois 35 Wagner Peter 36 Zerr Michael
Vor der Kirche steht das im Jahre 1935 bestellte, und im Jahre 1938 errichtete Heldendenkmal.


Im Jahr 1915 am 10-ten Oktober, zwanzig Uhr dreißig, war in der Gemeinde und Umgebung ein starkes Erdbeben zu spüren, es waren zwei Stöße zu verzeichnen die nacheinander so heftig waren, dass viel Schornsteine von den Wohnhäuser herunter gestürzt sind. Am 19 Oktober um zehn Uhr vormittags, im selben Jahr waren die Stöße so heftig dass an den Häusern Risse entstanden, sogar das Kreuz der Dorfkirche drohte herunter zu fallen.


Ende des Jahres 1916 wurden von der Kirche die zwei großen Glocken requiriert, sie wurden in die Waffenfabrik gebracht für den Krieg.
Endlich war im Jahre 1918 der erste Weltkrieg vorbei, die das Glück hatten nicht in Gefangenschaft zu geraten oder auf dem Schlachtfeld gestorben zu sein, sind zurück in die Heimat gekommen. Sie bekamen nach einigen Jahren drei Joch Baufeld von dem Großgrundbesitzer Schomlo, die der rumänische Staat ihnen als Besitz zugeteilt hat. Einige Heimkehrer hatten sogar Revolutionsgarden gebildet, die aber durch die Besitznahme des Banates durch die serbische Truppen ein rasches Ende nahmen. Anfang 1919 besetzte die serbische Armee das südliche Banat, auch unser Dorf blieb nicht verschont. Französiches Militär zwang die serbische Truppen zum Abzug aus dem Banat. Bei ihrem Abzug nahmen die Serben alles mit was nicht Niet. und nagelfest war, hauptsächlich hatten sie es auf Pferde, Kühe und Schweine abgesehen.
Infolge der Friedensverträge von Trianon wurde das östliche Banat, wo auch Dolatz dazu gehörte, an Rumänien angeschlossen.
Im Jahre 1925 wurden zwei neue aus Gusseisernen gegossene Glocken aus Deutschland gekauft. Im Monat Mai im selben Jahr wurden sie feierlich eingeweiht und auf den Kirchenturm hoch gezogen.
Am Jahresende 1925 wurden in Dolatz am südwestlichen Rande des Dorfes 43 rumänische Familien aus der Gemeinde Knees (sat Chinez) angesiedelt. Sie bekamen von der griechischen Ex-Königin, die ihren Sitz in Banlok hatte, Hausplätze und 10 Joch Ackerfeld zugeteilt.


Schon vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges war Dolatz eine wirtschaftlich relativ gut entwickelte Gemeinde. Der Krieg unterbrach das gewohnte Leben des Dorfes. Am 22 Juni 1941 trat Rumänien an der Seite der Achsenmächte, angeführt von Deutschland in den zweiten Weltkrieg ein. Die rumänischen Truppen, in denen viele Söhne und Familienväter von Dolatz dabei waren, überschritten bald die Grenze zu Russland, die Nachrichten von den ersten Gefallenen traf schon nach kurzer Zeit ein. So begannen die Wirren des zweiten Weltkrieges der viel schrecklicher als die des ersten werden sollten.
Durch das deutsch-rumänische Abkommen im Jahre 1943 wurden über zweihundert zumeist Jugendliche und junge Männer von dem siezehnten bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahr in die deutsche Armee eingezogen. Dieser zweite Weltkrieg forderte weit mehr Opfer als es im ersten waren: mindestens 54 Familienväter und Söhne ließen ihr Leben auf dem Schlachtfeld, sind in allen Teilen Europas gefallen oder in Gefangenschaft gestorben.


Die Namen der Gefallenen in der deutschen Armee sind:


1 Allar Nikolaus 2 Baumstark Franz
3 Baumstark Hans 4 Biko Nikolaus
5 Bohn Hans 6 Busch Andreas
7 Dreier Lorenz 8 Harter Wilchelm
9 Heinz Ignaz 10 Heinz Michael
11 Hindemiz Eduard 12 Issler Theodor
13 Knab Peter 14 Lischko Adam
15 Lischko Jakob 16 Loch Ignaz
17 Loch Peter 18 Martin Peter
19 Maurer Johann 20 Maurer Michael
21 Meisner Johann 22 Merschdorf Johann
23 Neff Franz 24 Orso Ignaz
25 Rattinger Alois 26 Rattinger Anton
27 Rattinger Josef 28 Rattinger Mathias
29 Ruppert Johann 30 Schummer Johann
31 Schummer Michael 32 Spahn Nikolaus
33 Storch Josef 34 Storch Stefan
35 Ströbel Anton 36 Tillschneider Josef
37 Tillschneider Michael 38 Truth Johann
39 Waris Josef 40 Weber Georg
41 Weber Stefan


Als Zivilist umgekommen: Feimer Michael

1 Antis Anton 2 Baumstark Adam
3 Bohn Alois 4 Fischer Adam
5 Mattal Hans 6 Mollinger Adam
7 Mollinger Josef 8 Neff Josef
9 Ochsenfeld Michael 10 Pflanzer Anton
11 Rattinger Anton 12 Rattinger Nikolaus


Über 50 Männer und Jugendliche die den Krieg überlebten, blieben in Deutschland, Österreich, Frankreich, England und Amerika.


Im Jahre 1945. In der Nacht vom 13 auf den 14 Januar erlebte Dolatz und seine deutsche Einwohner die wohl schlimmsten Tagen seit ihrer Ansiedelung: Mädchen und Frauen vom 17-ten bis zum 35 Lebensjahr, Jugendlich und Männer vom 17 bis zum 45-ten Lebensjahr wurden in jener Nacht verhaftet und unter Aufsicht von rumänischen Dorfbewohner und Militär, zu Fuß bis in das 16 km weit entfernte Städtchen Detta gebracht, wo sie dann am Bahnhof in Viehwaggons getrieben wurden und in die UdSSR für fünf Jahre zur Zwangsarbeit in die Kohlengruben geführt wurden. Es vergingen einige Tage dann wurden die Mannsleute , die in dem Jahr 1928 geboren waren auch in die UdSSr verschleppt. Hier wurden sie unter großer Not und Hunger gezwungen schwere Aufbau Arbeit zu leisten; ihre Schuld war es Deutsche zu sein.


30 Landleute starben an den Folgen von Hunger und Sehnsucht nach ihren lieben und Heimat. Ihre Gräber liegen im Donez-Becken und im Ural.
Die Namen der Verstorbenen sind.


1 Baumstark Anna 2 Dolwig Johann
3 Feil Elisabetha 3 Fischer Anton
5 Glatzel Philipp 6 Harter Dominik
7 Heinz Franz 8 Jakob Franz
9 Jerhoff Maria 10 Kolling Johann
11 Laubert Michael 12 Lupp Stefan
13 Mayer Franziska 14 Metzger Michael
15 Neff Magdalena 16 Oberkirsch Barbara
17 Oberle Johann 18 Parison Martin
19 Peters Philipp 20 Portscheller Josef
21 Rattinger Magdalena 22 Reiser Nikolaus
23 Ruppert Johann 24 Schag Michael
25 Storch Michael 26 StorchWilhelm
27 Stumper Lorenz 28 Tillschneideer Franz
29 Tutinoi Johann 30 Welsch Alois.


Die Not und das Elend in unserem Dorf wollte kein Ende nehmen. Auch den zu Hause gebliebenen ging es nicht besser, viele Großeltern hatten plötzlich für 2 bis 4 Enkelkinder für das tägliche Brot zu sorgen.
Im Frühjahr 1945 folgte die totale Enteignung der Deutschen in unserem Dorf und im ganzen Land, viele wurden von ihrem Haus und Hof vertrieben. Haus, Feld Vieh und alle Landwirtschaftliche Geräte, alles was nicht Niet und nagelfest war und was die Schwaben sich durch Jahrhunderte erwirtschaftet hatten, wurde ihnen weggenommen und denen gegeben die keine deutsche waren, und solche die sich nicht als deutsche anerkannt haben. Die Enteignung hat sich folgendermaßen zugetragen: die Anwärter haben das Haustor aufgebrochen, da zumeist in den Schwabenhäuser niemand als alte Leute und Kinder, aber auch viele einzelne Frauen mit Kleinkinder im Hof waren, haben sie dem was sich zuerst im Hof gezeigt hat, und nicht gleich gesagt hat was und wo er etwas versteckt hat, zur Begrüßung mit einem Prügel übers Kreuz geschlagen, der Schlag war bei vielen Frauen so heftig dass sie zu Boden gingen.
Verschont von der totalen Enteignung blieben nur einige Deutsche deren Ehemann oder Sohn beim rumänischen Militär bis ans Kriegsende gedient hat, oder an der Front sein Leben verloren hat. Es waren auch einige Schwaben dabei die keine deutschen mehr sein wollten, die haben die rumänische Nationalität angenommen und blieben von der Enteignung verschont. Einige Besitzlose bekamen 9 Joch Ackerfeld, Landwirtschaftliche Geräte und Pferde.


Da aus Dolatz am Ende des zweiten Weltkrieges niemand geflüchtet war, weil alle der Meinung waren wir haben niemanden etwas getan und brauchen auch niemand fürchten, zählte man in unserer Gemeinde im Jahre 1950, 750 Einwohner deutscher Nationalität.
In den folgenden Jahren litt die gesamte Bevölkerung des Landes, zumeist aber die Deutschen, die auch in der Zeit rechtlos waren, unter den rücksichtlosen Sparmaßnahmen und der verfehlten Wirtschaftspolitik eines Landes deren Machthaber offenbar jeden Realitätssinn und das Verständnis für die Nöte der Menschen verloren hatten.
Die meisten schwäbischen Landsleute wünschten sich nichts sehnlicher als ihre Heimat den Rücken zu kehren und in Deutschland ein menschenwürdiges Leben führen zu können.
Durch die Kriegswirren wurden viele Familien getrennt, so dass sich die Betroffenen stets um eine Familienzusammenführung bemühten, was jedoch letztlich nur Wenigen gelungen ist.


Das Jahr 1951 dürfen wir nicht vergessen, damals im Monat Juni in den frühen Morgenstunden des Pfingstmontags zogen schon wieder dunkle Wolken über den Banater Himmel. Diesmal wurden über hundert unschuldige Dorfleute zumeist deutsche, es waren auch zwei rumänische Familien mit sieben Personen dabei. Aus ihrem gewohnten Leben gerissen
Und mit ihrem wenigen Hab und Gut welches sie mit nehmen durften, an die Tolwadiner Bahnstation geführt und in den Baragan, auf die abgeernteten Felder geworfen .Die Not und Elend dieser Leute ist schwer zu beschreiben. Sie waren gezwungen Erdlöcher zu graben in denen sie wohnen mussten. Heimweh und Krankheit der älteren Leute machte sich schon nach kurzer Zeit bemerkbar.
Gestorben sind Antis Maria Katharina Feimer und Magdalena Oberkirsch
Nach fünf Jahren Zwangsaufenthalt durfte die Mehrheit dieser notleidenden Menschen in ihre Heimat zurückkehren. Die Familie Rattinger Dominik durfte erst nach 12 Jahren wieder nach Hause und dann nicht in ihr eigenes Haus.
Durch den vergangenen Krieg und Verfolgung in dem Dorf wurden viele Familien getrennt, so dass die meiste betroffene sich um eine Familie Zusammenführung bemüht haben.
Da es sich um eine bestimmte Zahl der Ausreisende handelte, die durch die rumänische Regierung und Deutschland vereinbart wurde, entstand unter den Deutschen Dorfeinwohner eine große Unruhe, niemand wollte der letzte sein. Es wurden von vielem Einwohner Bestechungsgelder für die Ausreise gefordert. Ein großer Teil der Ausreisewillige haben zusätzlich ein Kopfgeld zahlen müssen das sie Ausreisen konnten.
373 Dolatzer Schwaben sind bis 1989 Ausgesiedelt, 98 Dolatzer Jugendliche flüchteten Illegal über die grüne Grenze. 291 Siedelten nach 1991 in Deutschland ein, in der alte Heimat blieben ca. 17 deutsche Personen die ihre Heimat nicht verlassen wollten.


Viele deutsche Siedler, wo auch viel Dolatzer dabei waren sind ins Banat gekommen in der Hoffnung das sie hier ein besseres Leben und Zukunft für ihre Kinder finden. Die Seuchen haben viele Familienmitglieder in dem Versumpften Land dahin gerafft. Doch die Ausdauer, sowie es der erste Pfarrer von Dolatz beschrieben hat, und der Fleiß dieser Schwaben haben das Banat zu einer Kornkammer auf gearbeitet. Sie kamen ins Banat mit ihrem Hab und Gut, und wurden aus diesem Land Vertrieben und durften nur einem Koffer mitnehmen.





Lehrer und Schule

Der erste namentlich bekannte Schulleiter, Simon Schmellebeck, war ein einfacher Bauer. Er wurde schon 1818 in den Aufzeichnungen in der Dolatzer Pfarrchronik erwähnt.
Die im Jahre erbaute Schule hatte nur einen Unterrichtsraum. Die erste Schule in unserem Dorf ließ Graf Karacsony für die schwäbische Siedler bauen, sie stand vermuthlich nicht an der Stelle wo sich die heutige Schule befindet. Es war ein Bau aus Brennsteinen, das Dach war mit Rohr gedeckt. 1845 wurde diese Schule um einen Klassenraum vergrößert, die Zahl der schulpflichtigen Kinder hatte sich verdoppelt und der Fassungsraum einer Klasse war zu klein..
Mit einem großen Willen der Dolatzer Bewohner konnte eine neue Schule mit zwei großen Räumen und zwei Lehrerwohnungen im Jahr 1856 fertiggestellt werden. Dieses Bauvorhaben konnte dank Spenden der Dorfleute zu Ende gebracht werden. Die Kinder wurden von der ersten bis zur vierten Klasse unterrichtet.
Neben dem Zuzug und Einheirat war es vor allem der Kinderreichtum der dazu führte dass um das Jahr 1900 die Schule wieder zu klein war.
1907 wurde die Schule gebaut, die vier große Klassenräume und zwei Komfortable Lehrerwohnungen hatten. In dieser Schule wurde bis zum Jahre 1948 sieben Jahrgänge und sieben Klassen unterrichtet. In einem Klassenaum wurden von !929 bis 1945 die rumänische Schüler von Dolatz Unterrichtet, hier war auch die Kirche der rumänische Einwohner eingerichtet.
1965 wurde die Schule auf acht Klassen, mit Labor und Kanzlei umgebaut.
Um 2000 wurde die Schule aus Habgier und Unkenntnis abgerissen, das fehlerhafte Holz und die gebrochene Steine wurden unter den Abrisshelfern verteilt. Das andere Material wurde in die Gemeinde Banlok gebracht wo es unter den bedürftigen verteilt wurde. Zu erwähnen wäre noch, dass nach der Aussiedlung der Schwaben in einigen Klassenräumen das Federvieh und die Ziege der rumänische Lehrerin ihr Nachtlager hatten.
In den ersten Jahrzehnten nach der Ansiedlung bestand das Gehald der Lehrkräfte, die in der Dorfschule unterrichteten, neben einem kargen Lohn zusätzlich aus sieben Joch Ackerfeld und ca. eineinhalb Joch Wiese, dies war das gesamte Vermögen der Schule.
Die Dolatzer Schule war bis zum Jahr 1867 eine Privatschule. Die Lehrer unterrichteten wie in allen Schulen im Banat die drei Grundfächer Lesen, Schreiben und Rechnen; nebenbei wurde auch Gesang und Religion von den Seelsorgern der Gemeinde gelehrt.
Nach dem Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn im Jahr 1867 kamen Geschichte und Erdkunde hinzu. Die Unterrichtsprache war in unserem Dorf bis zum Ausgleich deutsch, danach began die Magyarisierung im gesamten Banat. Die Unterrichtsprache war von nun an in allen Schulen ungarisch. Die negativen Folgen für die schwäbischen Kinder machte sich dennoch bis weit in die dreißiger Jahre im Bereich Bildung bemerkbar. Deutsch wurde in dieser Zeit in den Abendschulen im Pfarrhaus oder in Privathäuser gelehrt.
In den Jahren 1918 bis 1944 wurde in der Dorfschule in deutscher Sprache in sieben Klassen Unterrichtet. Und von 1952 bis 1964 auch in deutscher Sprache in acht Klassen.
1964 endet hier abermals der Unterrichtet in deutscher Sprache. Von da an wurde nur bis zu der vierte Klasse in deutscher Sprache gelehrt.
Eine Kleinkinderbetreuung wurde schon in dem Jahre 1894 ins Leben gerufen. Einen deutschen Kindergarten gab es bis 1985.
Die Lehrkräfte die von der Ansiedlung bis zur Aussiedlung in Dolatz an der deutschen Schulen Unterrichtet haben sind folgenden.

1 Schmellebeck Simon 2 Lenhardt Nikolaus
3 Dietrich Dominik 4 Lang Johann
5 Deutsch Jofef 6 Michelbach Johann
7 Engelmann Johann 8 Basch Daniel
9 Gettmann Gustav 10 Hess Michael
11 Seeler Tirx 12 Schnur Johann
13 Basch Jakob 14 Bretz Eduard
15 Hess Stefan 16 Märsch Ladislaus
17 Tottermann Ernst 18 Hoffmann Maria
19 Hoffmann Nikolaus 20 Matyas Oskar
21 Pauly Nikolaus 22 Sonn Josef
23 Fischer Viktor 24 Fraunenhoffer Anni
25 Giel Wally 26 Heck Johann
27 Ruck Nikolaus 28 Petrovici Gabi
29 Hech Johann 30 Stoll Georg
31 Hutterer Katharina 32 Hofstätter Elsa
33 Pless Anni 34 Hess Josefine und Franziska
35 Pascheck Ottokar 36 Hartmann Anna
37 Firneiß Oskar 38 Schag Katharina
39 Wilk Eduard 40 Tillschneider Anton
41 Dengel Theresia 42 Rattinger Adam
43 Fischer Gerda 44 Fischer Elfriede
45 Schirado Anni 46 Elsner Eduard
47 Dian Silvia 48 Weber Anni
49 Jakob-Schulz Helga 50 Schmidt Theresia



Kirche und Pfarrer

Von Beginn der Ansiedlung im Jahr 1812 bis 1839 gehörten die katholischen Christen zu den Pfarreien Tschakowa und Offsenitzt.
In der angeführten Zeit fand der Gottesdienst in einem freistehenden Siedlerhäuser statt. Zu den Trauungen und Taufen fuhren die Siedler in den oben genannten Ortschaften.
Für die Schaffung eines Kirchenbaufonds stellte der Graf Karacsony, der Grundherr der Gemeinde und Umgebung das Geld zur Verfügung. Der Bau und die Einrichtung der Kirche zog sich nicht in die Länge. 1837 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen, genau auf dem Platz wo die kleine serbische Kirche stand: von Ost nach West zeigend war sie gebaut. Am Ende des darauffolgenden Jahres 1838 war der Bau der katholischen Kirche vollendet. Am 10 März 1839 wurde die Kirche auf den Namen der Heiligen Mutter Gottes Maria, von Bischof Lenovici De Krivina eingeweht.
Bei der Kirche von Dolatz handelt es sich um einen vereinfachten Barockbau, wie er bei den meisten Kirchen im Banat zu finden ist. Den Hauptaltar ziert ein Marienbild mit dr Hl. Dreifaltigkeit, im Innenraum sind zwei Seitenaltäre und eine Schöne große Orgel.


Die mechanische Orgel wurde von der Familie Dangl aus Arad aufgebaut.

Die Disposition der Orgel

Manual C—F 3. Princibal 8 Fuß. Spitzflöte 8 Fuß. Coppel minor 4 Fuß.
Flauto dolce 4 Fuß. Oktave 4 Fuß. Quinte zwei, zwei Drittel Fuß.
Oktave 2 Fuß. Mixtur II.
Petal C h eins. Sub bass 16 Fuß. Oktav bass 8 Fuß. Super oktav bass 4 Fuß.


Auf dem Kirchenturm befinden sich drei Glocken und eine Uhr die ihr Zifferblatt in alle vier Richtungen die Uhrzeit an zeigt. Die Einwohner der Kirchengemeinde waren römisch-katholischen Glaubens.
Nach dem Kirchenbau wurde gegenüber das Pfarrhaus in Angriff genommen und 1841 fertiggestellt. Die finanzielle Absicherung der Seelsorger die im Dorf tätig waren hat die gräfliche Herrschaft von Banlok übernommen, indem sie der Pfarrei 30 Joch Feld zuteilte. Diese Fläche wurde dann nach einige Jahren der Kirchengemeinde überschrieben, die aber auch in 1945 enteignet wurde.
Bis zum Jahre 1888 hat der Graf Karacsony von Banlok die angefallenen Reparaturen an der Kirche und am Pfarrhaus, die durch Unwetter und Naturkatastrophen angefallen waren, übernommen.
Nach 1890 wurden die allgemeinen Reparaturen an der Kirche und am Pfarrhaus von den Spendengelder der Dorfbewohner bewältigt. Nach dem zweiten Weltkrieg haben sich Pfarrer Anton Hönig, Pfarrer Franz Straub und Pfarrer Gagesch viel Mühe gegeben um den Zustand der Kirche durch rechtzeitige Reparaturen zu erhalten. Gerade heute noch gebührt ihnen ein Dankeschön.
Der neu angelegte Friedhof, an der südlichen Seite des Dorfes, wurde gleich bei der Ansiedlung im Jahre 1812 angelegt. 1930 wurden 14 Stationen aus Steinen mit Bilder der Kreuzigung Jesu, aufgestellt. Im gleichen Jahr wurde an die vordere Seite am Friedhof mit einem Zaun, den Sockel aus Stein und die obere seite aus Schmiedeeisen eingefasst. Das Eingangstor und die Tür wurden gleichzeitig aus Eisen angefertigt. Die rechte und die linken Seite, sowie die Rückseite des Friedhofs wurden mit einem Drahtzaun eingerahmt. Das Denkmal für die in Russland Verstorbenen und die Gefallenen des zweiten Weltkriegs wurde in den 1970 Jahren von dem Pfarrer Andreas Straub mit den Spendengelder der Dolatzer Bürger in Auftrag gegeben und nach einige Jahren von Pfarrer Wenzel Demele Aufgestellt und Eingeweiht.


Folgende Priester und Seelsorger haben in den Jahren 1839 von der Ansiedlung der Schwaben bis zur Aussiedlung derselben im Jahre 1990 in Dolatz für den katholischen Glauben ihren Dienst in der Kirche und Gemeinde geleistet,


1 Pfarrer Daniel Schwarz 1839 bis 1868
2 Admin; Mathias Girntl 1868
3 Kaplan; Dr; Eugen Szentklaray 1868
4 Kaplan; Stefan Stibrik 1868
5 Pfarrer: Johann Nepomuk Besser 1869 bis 1916
6 Cooaudit; Robert Albedel 1898 bis 1900
7 Kaplan; Nikolaus Jung 1900 bis 1901
8 Kaplan; Peter Parki 1901
9 Kaplan: Georg Schiller 1901 bis 1903
10 Kaplan: Nikolaus Bajolitz 1903 bis 1906
11 Kaplan: Johann Urban 1906 bis 1911
12 Kaplan: Alexander Prockoi 1911
13 Kaplan; Ignatz Kazar 1911 bis 1913
14 Kaplan Johann Lauer 1913 bis 1914
15 Kaplan Michael Reibl 1914 bis 1915
16 Kaplan, Attila Varady 1915 bis 1916
17 Kaplan Anton Muzar 1916
18 Pfarrer Nikolaus Matyas 1916 bis 1928
19 Admin: Nikolaus Aubermann 1928 bis 1933
20 Admin: Ottokar Pascheck 1933 bis 1949
21 Pfarrer: Anton Hönig 1949 bis 1963
22 Pfarrer Franz Straub 1963 bis 1970
23 Pfarrer Wenzel Demele 1970 bis 1979
24 Admin: Gagesch A, 1979 bis 1983
25 Admin: Nikolae Muia 1983 bis 1984
26 Admin: Anton Palfy 1984 bis 1986
27 Admin: Ottopal Szabo 1987 bis 1993



Vereinsleben


Die Vereine und ihre Tätigkeiten waren schon in den ersten Jahrzehnten nach der Ansiedlung entwickelt, 1826 wurden Lesevereine gegründet der später in einen Gesangverein umgestaltet wurde. Auch ein Kirchenchor und ein Jugendverein waren in den 1830 Jahren tätig.
Während der staatlichen ungarischen Verwaltung hat sich das Volksbewusstsein der schwäbische Bevölkerung von Dolatz fast gar nicht entwickelt. Das Kulturelle Wesen muss aufgrund der Magyarisierungsbestrebung als Träger ethnischer Entfremdung bezeichnet werden.
Einen deutschen Leseverein gab es nach dem ersten Weltkrieg wieder. 1885 wurde die erste Musikkapelle gegründet: später gab es sogar zwei Kapellen im Dorf, die sich dann im Jahre 1943, wegen des Krieges, selbst aufgelöst haben. 1947 wurde wieder eine Kapelle gegründet, die bis 1988 bestand.
Ein neuer Männergesangverein wurde 1925 von Lehrer Pauly Nikolaus gegründet, er löste sich ebenfalls 1943 auf. Der Kirchenchor, der in den ersten Jahren der Ansiedlung gegründet wurde bestand bis 1990.
1930 wurde der Frauenverein, der Mädchenverein und der Katholische Jugendverein gegründet.
Die Freiwillige Feuerwehr wurde ebenfalls, schon in den Jahren 1850 ins Leben gerufen.
All diese Vereine hatten in ihrer Blütezeit beachtliche Erfolge aufzuzeigen und bereicherten das kulturelle Leben im Dorf.
Als eine einheitlich festgefügte Familie, mit der zukunftsfrohen Jugend, mit vielen Gästen von weit und breit, feierte Dolatz mit seinen Bürgern das jährliche Kirchweihfest, das bis in die 1970-ger Jahre am ersten Sonntag nach Allerheiligen stattfand. Nach 1970 bis 1989 wurde das Fest auf den erste Sonntag im September verlegt. Im Mittelpunkt der glanzvollen Tagen standen die Kirchweihjungen mit ihren Mädchen, oft waren es weit über 20 festlich geschmückte Paare.
In Dolatz war es schon vor langer Zeit der Brauch, das ein kleiner Kirchweihstrauß schon am Samstagabend verlost wurde, der Gewinner durfte den Großen Strauß am Sonntagvormittag in die Kirche tragen.
Der Höhepunkt der Kirchweih war der Sonntagnachmittag auf dem Fass. Vor der Pfarrwohnung der Gemeinde sagte der erste Geld Herr einen Kirchweihspruch, danach wurde der große Strauß mit bunten Bändern verlost. Am Ende der Nachmittagsfeierlichkeit wurde der Kirchweihstrauß dem Gewinner ins Haus getragen.
Weihnachten war im Dorf immer ein besonderes heilige Fest. Der Höhepunkt der weihnachtlichen Erlebnisse war für die meisten die Mette und die Danksagung an Sylvester.
Am Neujahrstag war es die Pflicht der Kinder und Enkel, zu den Eltern und Großeltern zu gehen um ihnen ein glückliches Neues-Jahr zu wünschen.
Am Tag der Heiligen Drei Könige wurden in jedem Haus Dreikönigskrapfen gebacken.
In den folgenden Wochenabendenden gingen die Leute Einer zum Anderen: die Frauen haben gesungen, Wolle gesponnen und viel erzählt, die Männer haben Karten gespielt und sich über das Dorfgeschehen unterhalten.
An Fasching war die lustige Zeit, es wurde gefeiert bis Aschermittwoch in der Früh.
Die Osterfeiertage waren ein großes Ereignis für Jung und Alt. Die größte Freude hatten die Kinder, war doch die Zeit wo sie von Pate und Patin Geschenke bekommen haben.
An Pfingsten versuchten die etwas jüngeren Buben die Mädchen zu verschaukeln: oft kam es vor, das ein Bub oder Mädchen, ohne dass sie es wussten an die Bettwäsche genäht wurden. Die größere Jugend verbrachte die Feiertage mit Tanzen.
Wichtige Nachrichten aus dem Dorfgeschehen und aus dem Gemeindehaus wurden durch den Trommelmann verkündet.
Soweit es möglich war wurden die Hochzeiten am Anfang oder am Ende des Jahres Gefeiert.
Die Geburt eines Kindes war immer ein freudiges Ereignis in der Familie und im Dorf. Nach acht Tagen wurde das neugeborene Kind mit Pate und Patin zu der Heiligen Taufe getragen: kranke Kinder wurden schon kurze Zeit nach der Geburt getauft.
Ein in Dolatz geborener Schriftsteller und Publizist war Ludwig Stefan Schwarz. Bis zu seiner Deportation in den Baragan lebte er mit seiner Familie in unserem Dorf, nach seiner Rückführung ins Banat im Jahre 1956 lebte er in Neupetsch. Seine Erzählungen und abendfüllenden Theaterstücke waren im Banat beliebt.



Landwirtschaft


Dolatz war ein überwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Neben den selbstständigen Bauern, die ihren Lebensunterhalt von der eigenen Landwirtschaft bestritten, verdienten viele ihren Unterhalt mit Pachtfeld.
Die Kleinhäusler, von denen es im Dorf viele gab, verdienten als Schnitter, an der Dreschmaschine, als Arbeiter in der Landwirtschaft oder als Arbeiter im gräflichen Wald ihr tägliches Brot. Mit Fleiß und Sparsamkeit wurde immer mehr Feld und Viehstand angekauft. In der Erntezeit waren 12 bis 14 Stunden Tagesarbeit die Regel. Überwiegend wurden Weizen, Mais, Gerste, Tabak, Hafer, Hanf, Hausklee, Rüben und Sonnenblumen angebaut.
Jeder Bauernhof hatte seinen Schwengel Brunnen. Bei einen Grundwasserspiegel von 12 Meter Tiefe, fand der Brunnenmacher leicht eine gute Wasserader, die in vielen Bauerhöfen zum Trinken geeignet war.
Der Stolz und die wichtigsten Helfer der Bauern waren seine Pferde zum täglichen Einsatz.
Die Erzeugnisse aus der Landwirtschaft deckten den Eigenbedarf der Familie und Mitarbeiter, der Überschuss wurde auf die Märkte, und den nahen Bezirksstädten verkauft. In Dolatz haben sich die Kleinbauern und Kleinhäusler mit Anpflanzen von Tabak beschäftigt, von der staatlichen Monopolgesellschaft wurde unserem Dorf die Erlaubnis erteilt. Wenn nach dem Ablieferungstermin bei einem Pflanzer noch Tabak gefunden wurde, so musste dieser mit einer großen Geldstrafe rechnen.
Auch eine Rossmühle gab es in Dolatz, sie befand sich auf dem Hausplatz wo der Landwirt Giel Johann Wohnte, sie gehörte dem Grafen Karacsony von Banlok.
Die erste Dampfmühle mit einem Stein und zwei Walzen wurde am 14 Februar 1895 aufgebaut, in dieser Mühle war auch eine Schrotmühle für das Vieh in Betrieb. Die Mühle ist im Jahr 1929 auf unerklärliche Weise abgebrannt.
Mit dem Anstieg der Bevölkerung wuchs auch die Gemarkungsfläche der Gemeinde, wobei das reine Ackerfeld den größten Teil ausmachte. Durch Wirtschaftsinn, Sparsamkeit und die unermüdliche Arbeitslust der Dolatzer Bürger, konnten bis zur Enteignung im Jahre 1945 über 6500 Joch Ackerfeld als Eigentum der Dorfsleute genannt werden.
Nach 1900 konnten die Früchte der Technik auch in unserem Dorf genutzt werden, es gab in dieser Zeit sechs Dampfdreschmaschinen im Ort, später folgten Seemaschinen, Erntemaschinen und andere Landwirtschaftliche Geräte, die den Bauern eine sehr große Hilfe waren.
Der Landwirtschaftliche Aufschwung in den dreißiger Jahren hat sich auch in unserem Dorf bemerkbar gemacht, es wurde eine Milchgenossenschaft gegründet, wo Milch und andere landwirtschaftliche Produkte, angekauft und weiter vermarktet wurden.
Artesische Tiefbrunnen mit Zinnrohren wurden in den Dorfgassen gebohrt. Der erste Tiefbrunnen war am 3 Juni 1897 fertiggestellt. In den späteren Jahren waren es acht Brunnen verteilt im ganzen Dorf.
Die große Brücken in der gewesene Banloker Gasse, heute ist es die große Gasse, und in der Giermer Gasse, heute heißt die Gasse „der Daumen“ wurden im Jahr 1911 abgerissen. Mit den Steinen wurden die Gehwege im Dorf gepflastert.
Das Weidevieh wurde von mehreren nichtschwäbischen Familien betreut, diese wurden als Hirten der Gemeinde angestellt. Der Lohn war teils in Geld und teils in Getreide.



Gemeindeverwaltung


Durch Sparsamkeit, gute Ernten und günstige Fruchtpreise konnten die Dorfbewohner ein Haus kaufen, das sie im Jahre 1859 als eigenes Gemeindehaus eingerichtet haben. 1894 wurde ein größeres Gemeindehaus gebaut. Das heutige Gemeindehaus wurde in 1907 errichtet.
Folgende Dorfrichter (Bürgermeister) die in den langen Jahren ihren Dienst für die Gemeinde geleistet haben, konnten in der Gemeindearchiv in Banlok ermittelt werden.


1 Madler Andreas 1828 2 Weber Adam 1829
3 Schmidt Peter 1827 und 1832 4 Brück Johann 1838
5 Rittinger Franz nach 1840 6 Albach Peter vor 1890
7 Rittinger Georg 1895—97 8 Heinz Dominik nach 1897
9 Neff Alois 1898—1902 1o Funk Heinrich 1902—03
11 Rattinger Dominik 1903---07 12 Tillschneider Michael 1908—09
13 Rhein Michel 1910---11 14 Antis Anton 1012—14
15 Knab Adam 1915 16 Reiser Johann 1916---22
17 Gutekunst Christian 1923—35 18 Oberkirsch Johann 1935---44
19 Deacu Ilie 1944—1946 20 Barbulescu Timo 1947---ca. 1950


Als Notare waren in der Dolatzer Gemeindeverwaltung tätig


1 Gutegunst Franz 1850
2 Schulz Johann 1860
3 Kathaly Ludwig 1865
4 Ehardt Anton 1870
5 Rein Peter 1880
6 Kwatschek Josef 1880---1900
7 Rießinger Johann 1900---1908
8 Mehr Nikolaus 909---1914
9 Hess Johann 1915----1929
10 Jurca Emil 1930----1944
11 Ciolac Alex 1944
12 Popescu Nicolae 1945----1949---Hilfs Notar
13 Jurca Emil 1950----1951



Die Einwohner des Dorfes


Die Einwohner von Dolatz waren bis in die Hälfte des vergangenem Jahrhunderts noch wenig von fremdem Einfluss berührt, sie konnten damals fast nichts anderes als ihr Dorf und seine Umgebung, an ihnen hingen aie mit aller Kraft ihres Herzens. Mit den Jahren lernten sie das Stück Erde auf dem sie zu arbeiten berufen waren und die Menschen, mit denen sie es zu tun hatten, mehr und mehr schätzen und lieben. Der Ort und sein Feld waren ihnen der ruhigen Besitz dessen sie sich erfreuten. Die Welt draußen mutet den Dolatzer fremd und kalt an, und wenn er je einmal in fremde Verhältnisse geriet, so legte er unwillkürlich den Maßstab seines Heimatortes an. Er fühlt sich in fremder Gegend nicht wohl und kehrt bald heim.
Viele Dolatzer erlernten mit den Jahren einen Beruf und arbeiteten im Dorf oder in den nahen Bezirksstädten.


In den Jahren 1945-1949 wurden allem wirtschaftlichen Leben ein Ende gesetzt. Es wurden Staatliche Landwirtschaftliche Betriebe und Kolchoswirtschaften gegründet. Um den Lebensunterhalt zu bewältigen waren die meisten Schwaben nun gezwungen in staatlichen Landwirtschaftbetrieben zu arbeiten.
Nach und nach weitet sich der Kommunismus in Windereile über das ganze Land aus. In allen Lebensbereiche der Menschen und auf den Parteitagen zeichnet man Bilder von der neue Welt des Kommunismus. Man sprach von sozialistischen Aufbau der Gesellschaft und den anschließenden Aufbau des Kommunismus und prägt, was Arbeit und Verteilung betraf, den Leitsatz: „maximale Leistung gegen wenig Lohn“
Man lehrt die Notwendigkeit des Verschwindens aller Klassenunterschiede und versprach die Gleichheit aller Bürger: im Prinzip wurde dieses Ziel erreicht: die Menschen waren alle tatsächlich gleich arm. Weil die Ideologie des Kommunismus keinerlei Religion neben sich duldet, wurden die Arbeiter, Schulkinder und Jugend, in den Schulen und auf den Arbeitsplatz von der staatlichen Seite zum Atheismus erzogen. Man führt die Planwirtschaft ein: je höher die Zeitspanne war, die im Plan vorgesehen war, desto weniger rund lief das Rad der Wirtschaft. Die Pläne wurden nicht erfüllt, die Bilanzen wurden gefälscht, die Versorgungslücken waren nicht zu vermeiden und die Armut unter allen Schichten war da. Die Arbeitsmoral war an ihrem Tiefpunkt angelangt und so kam es schneller als man sich das vorstellte zu einer wirtschaftlichen Katastrophe, von der leider meistens nur die kleine Leute betroffen waren. Als das Gesetz der Systematisierung heraus kam, konnte man sich schon den real existierenden Kommunismus vorstellen. Die Banloker Partei Behörde mit dem dortigen Bürgermeister haben den Dolater deutschen Bevölkerung ein drastischere Sparplan auferlegt. Aus ihren Haugärten, der ja Verstaatlich war, mussten sie Gemüse, Hühnereier und Fettschweine am Jahres Ende an den Staat abliefern. Da Ende der Siebziger Jahre viel Kolchosmitglieder aus Dolatz abgewandert sind waren die in Dolatz verblieben Leute gezwungen, die keine Mitglieder dieser Wirtschaft waren die zugeteilte Feldparzellen zu verarbeiten. Eine Verweigerung hat zu Folge das sie kein Brot und anderes aus dem Dorfladen kaufen konnten. Als es 1989 schließlich zum totalen Zusammenbruch des Kommunismus kam, waren die meisten Menschen sehr erleichtert und froh.
Die Zweihundertjährige Geschichte des kleinen schmucken Schwabendorfes Dolatz geht langsam aber sicher seinem Ende entgegen. Zeugen der schwäbischen Siedlungsgeschichte in Dolatz bleiben keine, noch stehen die Kreuze im Friedhof, die deutsche Volksschule und die Hälfte der Schwabenhäuser wurden von den Leuten in den Nachbardörfer nach einer Naturkatastrophe im Jahre 1991 abgerissen, noch steht die Kirche mitten im Dorf, aber die große Glocke ist schon stumm und die Kirche schaut traurig in die Gassen als würde sie ihre Schwabenkinder suchen, schon bröckelt der Putz von ihrem Kleid und der Regen rinnt in ihr Herz, schon werfen die Kinder der neue Einwohner mit ihren Gummischleudern die Scheiben ein und die Vögeln nisteten im innerem der Kirche, sie kann es nicht fassen, dass man sie vergessen will.


In Deutschland haben sich die Dolatzer Landsleute schon nach kurzer Zeit zusammengetan und haben nach ihrer Ansiedlung ihre Heimatorts Gemeinschaft gegründet. Ihr erster Vorsitzender war, Rittinger Anton, im folgte Pfarrer Wenzel Demele, dann war Franz Allar bis 1997 Vorsitzender, nach ihm wurde Mathias Gildi als Vorsitzender gewählt. All diese Vorsitzende Organisierten jedes zweite Jahr das Dolatzer Dorftreffen.


Wir Dolatzer Landsleute befinden uns seit geraumer Zeit in einer Torschlussstimmung. Man ist der Meinung es geht nicht mehr lange, bald ist niemand mehr da der unsere Sitten, Bräuche und Tradition weiterpflegt. Es herrscht also die Meinung das Banater Schwabentum steht vor seinem unumgänglichen Ende. Die Dorfs Leute wohnen in verschiedenen, weit entfernten Städten und Dörfern, man hat sich auseinander gelebt, niemand braucht den Anderen. Eine wirklich traurige Prognose. Es stimmt, dass kein Interesse weder an unserer Vergangenheit , noch an unserer Zukunft haben.
Wir müssen uns fragen, woher diese Gleichgültigkeit kommt. Könnte es sein, dass wir in den vergangenen Jahren, im Kampf um die eigene Existenz, etwas vernachlässigt haben. Das Versäumte muss nachgeholt werden. Entscheidend ist, ob wir es ernsthaft wollen, dass es weitergeht. Falls dies der Fall ist, und daran zweifelt niemand, versuchen wir das vermeintlich Unmögliche möglich zu machen. Lernen wir aus der Vergangenheit, um die Weichen für die Zukunft besser stellen zu können. Dann sind die Sorgen für unser Brauchtum in der neue Heimat nicht mehr da.



Zusammengefasst von Hans Niedermayer (24.10.2015)


Bevölkerungsentwicklung der Dolatzer Gemeinde, (nach Varga Stefan Bürgermeister
der Gemeinde Tolwadin und Dolatz)



Jahr Total Rum: Deutsch Ungar Serb Andere zieg
1880 1164 1064 8 42
1890 1366 8 1341 13 4
1900 1237 3 1227 6 1
1910 1183 36 998 134 15
1920 1240 25 1087 128
1930 1441 236 1076 112 13 4
1941 1483 302 1044 * 137
1966 1150 173 742 122 3 8
1977 751 181 484 83 2 31
1992 528 395 38 65 3 26
2002 559 458 27 65 8

  • Die Dolatzer deutsche Gemeinschaft zählt im Jahr 1940 1294 deutsche Bürger.




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