Mundarterzählungen

von Hans Niedermayer

Mei Wein

Dorch die Reweblätter
Geht de Nachtwind feicht un kiehl
m.r heert a weites Wetter
de Blitz treibt schun sei gspiel.

Im dunkle sitz ich ganz allein
un denk iwer mei Leweslaaf,
derbei trink ich mei Wein,
denn ich zur Not ach manichmol Taaf.

Die Wolke die Dunner schweri
han es jetz Rene gmacht,
un ich schau noch immer ins leeri
awer gsieh doch nix in dr Nacht.

Un, mit mier un meim Verständnis
Sitz ich mich fescht ans Glaß,
großartich is so a Bekentniss
in dem edle Trauwesaft.

Bei jedem Schluk, do wert m.r schlauer
wert Phesimist gar Optimist,
langsam vertreibt er aller Trauer,
bis mer dann ganz bsoffe is.


Hans Niedermayer

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